Poker Strategie
Es gibt unzählige Poker Bücher und Ratschläage, die sich diesem Thema widmen. Es wird dir auf jeden Fall helfen, das eine oder andere Buch zu lesen und den einen oder anderen Ratschlag zu beherzigen und zu verinnerlichen. Aber um es gleich vorweg zu nehmen, die absolute Poker Strategie gibt es nicht und auch für niemanden, denn sonst wäre es für jeden einfach grosse Turniere zu gewinnen.
Dann ist es auch ein riesiger Unterschied, ob man an einem Tisch zu Neunt ein No Limit Texas Holdem Poker spielt oder zu Dritt ein Low Limit Game (siehe auch: Poker-Varianten). Alles was man hört und liest, hilft einem vielleicht, im einen oder anderen Fall das Richtige zu tun. Aber beim Pokern ist jede Entscheidung von der jeweiligen Situation und dem Platz abhängig.
Ein erfolgreicher Pokerspieler variiert daher sein Spiel häufig, nur so wird er für seine Gegner unberechenbar. Die Praxis hilft dir ein Gefühl für die Situation zu bekommen und instinktiv das Richtige zu tun.
Nachfolgend ein paar mögliche Strategien, die dir hoffentlich auf dem Wege ein guter Pokerspieler zu werden, helfen werden.
Als Anfänger - lernen
Wenn du mit dem Pokern beginnst, solltest du bereits die Poker-Regeln beherrschen. Dann ist es wichtig, dass du zu Beginn mit Leuten spielst, die deinem Niveau noch nicht weit voraus sind. Spiele am besten nur Limit Games oder mit kleinem Einsatz, denn wenn du es gleich mit No Limit versuchst, kann ein einziger Fehler bereits das Aus bedeuten.
Während deiner Larnphase solltest du nur mitgehen, wenn du über eine gute Starthand verfügst. Ist dies nicht der Fall, dann passe lieber mal; es ist keine Schande seine Karten wegzuwerfen.
Niemand ist perfekt, alle machen Fehler, Anfänger, Amateuer ja sogar hin und wieder mal ein Profi. Es ist nicht schlimm einen Fehler zu begehen, schlimm wird und ist es erst, wenn du diesen Fehler immer wieder machst, aus deinen Fehlern nicht lernst. Darum lerne aus jedem deiner Fehlern.
Wie bei allen anderen Dingen im Leben kann man sagen, dass Übung den Meister macht. Nutze deshalb zuerst die Möglichkeit, bei einem Online Poker Anbietern kostenlos zu spielen. Pro Tag kann man da in der Regel eine bestimmte Menge Spielgeld beziehen und damit Poker spielen.
Selbstverständlich ist der Gewinn dann auch nur Spielgeld, aber so hast du die Möglichkeit kostenlos und kostengünstig zu üben.
Wenn du später einmal professionell Pokern willst, also um wirkliches echtes Geld, bist du bestimmt froh darüber, dass du zu Beginn kostenlos üben konntest.
Nicht nur hilfreich ist es auch, dir gute Manieren beim Poker anzueignen. Es gibt eine sogenannte Poker Etikette, welche man unbedingt einhalten sollte, damit das Pokerspiel in einer entspannten Atmosphäre stattfinden kann. Stress soll und muss jeder Pokerspieler vermeiden.
Spielarten
Im Grunde gibt es zwei Spielarten:
Tight Play und Loose Play
Unter Tight Play versteht man, dass nur wenige, dafür aber wirklich gute Hände gespielt werden. Loose Play ist dagegen, und das kommt bei Anfängern fast immer vor, wenn man eine hohe Anzahl von Händen spielt (also möglichst immer versucht mitzugehen). Idealerweise kombiniert man diese beiden Spielarten und passt sie den Mitspielern und Gegebenheiten an.
Wenn zu Beginn viele Spieler am Tisch sind, ist eher das Tight Play angesagt. Nur wenn man wirklich gute Hände hat, spielt man mit, wenn dann aber möglichst aggressiv. Wenn dann mit der Zeit die Anzahl Spieler am Tisch abnimmt oder die Blinds hoch werden, ist eher Loose Play angesagt, dann kann den Tight Playern leichter der Blind gestohlen werden.
Slowplay
Slowplay bedeutet, dem Gegner ein schlechteres Blatt vorzutäuschen, als man eigentlich besitzt. Wenn man z.B. 2 Könige hat und beim Flop ein dritter König aufgedeckt wird oder man bereits nach dem Flop ein Ace Flush hat, spielt man nicht aggressiv, sondern lässt andere agieren; man checkt oder callt nur, raise oder re-raise erfolgen meist erst nach dem river (5te aufgedeckte Karte). Nur so ist es möglich, die Gegner in eine Falle laufen zu lassen, mit dem Ziel möglichst viele Gegner im Spiel zu halten. Erst ab dem Turn oder gar dem River setzt man dann so viel wie möglich (wenn man sich des Sieges sicher ist). Die Gegner zweifeln dann an der Stärke dieser Hand und callen. Unter folgenden Bedingungen solltest du ein Slowplay spielen:
Du hast eine sehr starke Hand und die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer Spieler ein besseres Blatt erhält ist sehr gering.
Die Chancen, die den Gegnern gewährt werden, sind nur so gut, um das zweitbeste Blatt zu bekommen.
Aber man sollte sich immer dem Risiko bewusst sein, welches man mit dem Slowplaying eingeht, denn je mehr Gemeinschaftskarten vorhanden sind, umso grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gegner auf einmal das stärkste Blatt in den Händen hält (Flush oder Straße sind da immer so eine Gefahr).
Hände lesen
Wenn man beim Pokern wüsste, was der Gegner für Karten hat, wäre es sehr einfach zu gewinnen. Daher liegt die Kunst darin, die Hände des Gegners zu lesen, damit man zu diesen Informationen kommt. Leider ist es so, dass das Lesen der Hände sehr viel vom Gegner abhängt. In der Regel ist es einfacher, dies bei einem guten Spieler zu tun als bei einem Anfänger, denn Grund ist ganz einfach der, dass ein Anfänger unberechenbar ist oftmals entgegen aller Pokervernunft raist oder re-raist. Das Einschätzen eines Gegners und seiner Strategie gehört zum schwierigsten beim Pokern, man braucht dazu viel Übung, viel Erfahrung und viel Wissen.
Gerade gegen Anfänger sollte man sich gar nicht so grosse Gedanken über die perfekte Poker Strategie machen. Bei einem guten Blatt einfach aggressiv spielen und hoffen, dass der Anfänger nicht zufälligerweise doch noch eine Strasse oder einen Flush bekommt (was leider aber immer wieder vorkommt und man mit 3 Assen oder ähnlichem dann tatsächlich auch noch verliert).
Bluff
Ein Anfänger denkt vielleicht, man kann immer bluffen, dem ist aber nicht so. In einem Low Limit Spiel kann man durch Setzen von einem kleinen Betrag niemanden ernsthaft beunruhigen. Darum macht ein Poker Bluff erst Sinn, wenn es um einen grösseren Pot geht. Ziel ist es, dem Gegner vorzumachen, dass man über Karten verfügt, die man gar nicht besitzt.
Ein gutes Beispiel ist, wenn nach dem Flop drei Kreuz-Karten liegen. Man kann dem Gegner nun vormachen, dass man einen Flush hat. Allerdings ist es besser, dies nur dann zu tun, wenn noch wenige Gegner im Spiel sind, denn mit jedem Gegner steigt die Gefahr, dass es tatsächlich jemand am Tisch gibt der tatsächlich einen Flush oder Aussicht darauf hat, und dann siehst du alt aus.
Bluffen ist nur ein Aspekt des Poker-Spiels, aber erst die richtige Dosierung und richtig eingesetzt macht den Bluff wertvoll.
Jeder Bluff geschieht in Eigenverantwortung, wenn es also nicht klappt, gib niemandem die Schuld, ärgere dich nicht sondern spiel ruhig weiter. Eine Überlegung ist es alle mal wert, darüber nachzudenken ob man seinem Gegner den Bluff zeigen mag oder nicht, das kann für den weiteren Verlauf Vorteil wie auch Nachteil sein.
Heads Up
Unter Heads Up versteht man das Ende eines Poker-Spiels, also wenn nur noch zwei Spieler am Tisch übrig geblieben sind. In der Regel ist es auch so, dass zu diesem Zeitpunkt die Blinds schon ziemlich hoch sind. In dieser Situation zahlt sich aggressives Setzen meistens aus. Denn der einzelne Spieler muss jedes Mal entweder den Small oder Big Blind setzen. Wenn man nun nur gute Hände spielen würde, gäbe man dem Gegner zu viel Chips kampflos her. Daher sollten möglichst viele Hände gespielt werden. Da man es nur noch mit einem einzelnen Gegner zu tun hat, reichen oft ziemlich niedrige Karten (z.B. ein kleines Paar), den Pot zu holen.
Aber auch hier gilt:
Übung macht den Meister